Haus Walcher

„Aufbruch“ als Lebensgefühl und Gestaltungsform

ENTWURFSIDEE:
Nicht ganz unproblematisch war das Baugrundstück am Nordhang mit Eingang von
Süden, weil dabei die meisten Außenwände und damit auch die Fenster für
gewöhnlich nach Norden liegen. Die Idee wurde geboren ein langgezogenes Gebäude
zu entwickeln, denn so könnte die Belichtungsfläche nach Süden vergrößert werden.
Architekt und Bauherr kamen jedoch zu dem Schluss, dass man die Wände nicht in
den „rechten Winkel“ stellen sollte, um mit konventionellen Formvorstellungen zu
brechen. Man brach den Baukörper in zwei Teile, zog sie auseinander, verdrehte sie
gegeneinander und fügte sie spielerisch zu einer freien Skulptur neu zusammen. So
entstand zwischen den Baukörpern eine vollverglaste Essdiele mit Ausblicken ins Tal
sowie auf den vorgelagert Brunnenplatz. Die noch darüber liegende Dachterrasse
wurde Sonnendeck und Aussichtskanzel mit außergewöhnlichem Rundumblick.
Urlaubsfeeling kommt auf durch die holzbeplankte Eingangsterrasse, die wie ein
„Bootssteg“ den Brunnenplatz mit dem Hauseingang verbindet. Dadurch wird sie zum
Begegnungsort mit der bereits befreundeten Nachbarschaft.
Durch die Verwendung landschaftsgerechter Materialien gelingt der Spagat zwischen
Tradition und Moderne. Im Inneren sind fließende, offene Raumübergänge entstanden
mit einer Essdiele, die zur Zentrale zwischen den Wohn- und Schlafebenen wird.
Bauweise und Energiekonzept:
Bei der Suche nach einem zeitgemäßen Energiekonzept bei geringem Budget, entschied
man sich für eine hochwärmegedämmte holzverschalte Fassade in Holzrahmenbauweise
mit Zellulosedämmung. Die Beheizung erfolgt durch eine moderne Gasbrennwerttherme
mit Fußbodenheizung. Sie wird unterstützt durch einen Holzkamin, der frei in der
Wohnhalle steht. Durch die großzügige Verglasung der Wohnhalle erwärmen die
Sonnenstrahlen den Steinboden, der dann als Wärmepuffer für eine passive
Sonnenenergienutzung sorgt.


BAUDATEN :
Die Wand- und Deckenelemente wurden zum größten Teil vorgefertigt. Die Firma „Lauer–
ökologischer Holzbau“ aus Flieden erstellte das Erd- und Dachgeschoss, die Firma
Hodes aus Fulda das massiv gebaute Untergeschoss. Der „trockene Innenausbau“ wurde
in Eigenleistung erstellt. Die Bauzeit konnte damit auf 7 Monate verkürzt werden.
Wohnfläche und Nutzflächen wie folgt ca.
Dachgeschoss - 33qm zzgl. 26qm Dachterrasse
Erdgeschoss – 95qm zzgl. 16qm Holzterrasse
Untergeschoss mit Einliegerwohnung – 85qm